Erste Erfahrungen mit HBCI unter Linux
Vor ein paar Wochen bin ich beim Suchen nach etwas bestimmten über Bernd’s Blog gestolpert. Einer der Einträge handelt von automatischen Lastschriften und da bin ich gleich hellhörig geworden. Wenn Lastschriften automatisiert werden können, müsste man ja auch relativ simpel die Umsätze abfragen können. Schnell sah ich, dass es sich um eine HBCI Software handelt, die auch auf der Kommandozeile gestartet werden kann. Der Name ist aqbanking.
Ich habe bei mir auf dem Server erst mal die ältere Version installiert, da diese frei verfügbar ist und ich denke, dass ich zum Umsätze abfragen jetzt nicht unbedingt die aktuellste Version brauche. Ich wollte schon immer eine SMS oder eine Mail bekommen, wenn sich auf einem meiner Konten etwas tut. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum die Banken so etwas nicht von sich aus anbieten. Naja, die eine oder andere hat das wohl im Programm, aber meine leider nicht.
Also erst mal installieren (Anleitung habe ich hier gefunden)… hat alles auf Anhieb geklappt.
Dann bin ich nach der folgenden Anleitung vorgegangen:
Da soll man erst mal ein Medium hinzufügen. HBCI kann ja mit Chip Karten verwendet werden und auch mit klassischer PIN/TAN Kombination. Da ich nur PIN/TAN einsetze, habe ich es einfach und gebe folgendes ein:
aqhbci-tool addmedium -t pintan
und anschließend die vergebene Media-Nummer herausfinden:
aqhbci-tool listmedia
Diesem Medium fügt man die Verbindungsdaten (erst mal für meine Volksbank) hinzu:
aqhbci-tool adduser -m 0 \
-s https://hbci11.fiducia.de/cgi-bin/hbciservlet \
-b 60390000 -u XXX
Danach soll man die Systemkennung auslesen mit dem Befehl
aqhbci-tool getsysid
Dabei erhielt ich einige Fehlermeldungen und ich habe eine Weile nach dem Fehler gesucht, bis mir aufgefallen ist, dass es sich nur um Warnungen handelte. Also probierte ich einfach mal die darauf folgenden Schritte und siehe da - es ging trotzdem. In dem Zusammenhang war aber nicht schlecht, dass ich die Logdatei mal angeschaut habe - sie liegt unter:
.banking/backends/aqhbci/data/banks/de/60390000/logs
Nächster Schritt sollte folgender Befehl sein
aqhbci-tool getaccounts
Auch dieser Befehl gab eigentlich nicht wirklich sinnvolle Ausgaben aus. Also zumindest für mich als Endanwender. Diesmal ignorierte ich das einfach und gab folgendes ein:
aqhbci-tool listaccounts
Und ich erhielt eine Liste meiner Konten. Wow. Da war ich schon mal begeistert. Was mich allerdings noch störte, war dass ich immer meine PIN eingeben musste. Ich wollte doch schließlich regelmäßig automatisch nach neuen Umsätzen checken lassen. Abhilfe schafft das Anlegen einer PIN-Datei:
aqhbci-tool mkpinlist -o ~/.banking/pinfile.pin
Diese muss dann bearbeitet werden und man kann da die PIN speichern.
Ok, jetzt wollte ich aber endlich Umsätze sehen
…
aqbanking-tool request --transactions aqbanking-tool exec --ctxfile=result.ctx aqbanking-tool -P pinfile.pin exec --ctxfile=result.ctx aqbanking-tool listtrans --ctxfile=result.ctx --outfile=mytransactions.csv
Ein Blick in die Datei mytransactions.csv sah wirklich sehr vielversprechend aus. Leider hatte ich dann keine Zeit mehr weiter zu machen. Ich muss noch mehrere Konten einrichten und das Ganze scriptgesteuert regelmäßig aufrufen und in eine Datenbank importieren. Bei neuen Umsätzen will ich schließlich eine Benachrichtigung erhalten.
Am 28. April 2008 um 13:18 Uhr
[…] hatte ja in einem vorigen Beitrag schon mal geschrieben, wie mit aqbanking auf der Kommandozeile Umsätze abgefragt werden können. […]
Am 2. Oktober 2008 um 22:37 Uhr
Nachtrag:
Ich habe inzwischen die neuere Version installiert, die kommerziell vertrieben wird. Glücklicherweise ist es für private Nutzung kostenlos. So konnte ich auch weiterhin bei der Volksbank Böblingen meine Umsätze abrufen.
Und noch ein Kommentar: Falls jemand das Tool nutzt um automatisch Umsätze abzuholen, sollte kein allzu kurzes Intervall gewählt werden. Offensichtlich müssen die Banken gegenüber ihren Rechenzentren den Traffic bezahlen und irgendwann gibt’s mal einen Anruf